dunkle beleuchtete laptoptastatur

Digitale Gewalt ist eine Form der Diskriminierung, welche die Verletzung und den Ausschluss von Personen durch sexistische, rassistische, homo- oder transphobe sowie sonstige menschenverachtende Hassrede bezweckt oder bewirkt. Sie ist die gewaltsame Fortsetzung von Diskriminierung im digitalen Raum, schränkt die Meinungs- und Entfaltungsfreiheit von Angehörigen bereits diskriminierter Gruppen erheblich ein und ist eine Gefahr für die Demokratie. Sie geht außerdem meist mit erheblichen Einschränkungen in der alltäglichen Lebensbewältigung einher und kann physische und psychische Folgen für die Einzelnen haben.

Bekannte Formen digitaler Gewalt sind Identitätsklau, Gerüchte und falsche Behauptungen, Einschüchterung/Erpressung, Beleidigung, Bedrohung, Nachstellung/Stalking, Diffamierung/Üble Nachrede, Doxing, Swatting und Vergewaltigungsandrohungen.

Digitale Gewalt kann sich über Worte, aber auch über Bilder und Bildremixe (Memes) verbreiten; neben Einzelpersonen sind oft ganze Gruppen, die sich online organisiert haben (“Campaigning”), für Digitale Gewalt verantwortlich.

Was hat digitale Gewalt mit Feminismus zu tun?

Feministische Positionen in öffentlichen Debatten ziehen oft Formen digitaler Gewalt nach sich. In vielen Fällen ist es das Ziel, User*innen, die sich feministisch äußern, mit der Androhung von digitaler Gewalt aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen oder sie gar mundtot zu machen. Zudem gibt es gut organisierte aktive Communities und Online-Szenen, in denen Anti-Feminismus aktiv verbreitet wird und in denen als Feminist*innen markierte User*innen Ziel von Hetze und gesteuerten Kampagnen werden, die mit verschiedenen Formen digitaler Gewalt einhergehen. Diese Online-Communities finden sich im Bereich Gaming, im Kontext der von  Reddit geprägten Nerd-Supremacy, im rechtsextremen bis rechtspopulistischen Milieu, bis hin zu Incel-Foren. Diese digitalen Sphären eint besonders eine Überzeugung: Feminist*nnen müssten im Rahmen der Meinungsfreiheit für geschlechtliche Gleichwertigkeit digitale Gewalt “aushalten”.

Die Mehrheit der von digitaler Gewalt besonders Betroffenen ist meist weiblicher Selbstzuordnung – laut einer Studie des PEW Researchcenter sind es in den USA besonders junge Frauen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine EU- weite Erhebung von Amnesty. In Deutschland gibt es keine konkreten Zahlen, die dies klar belegen. Hier wird eine Forschungslücke deutlich; nicht nur valide Zahlen fehlen, auch wissenschaftliche Analysen, die nach der Wirkung von digitaler Gewalt auf Individuen und Gesellschaften fragen.

 

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