{"id":1473,"date":"2022-11-23T21:08:14","date_gmt":"2022-11-23T21:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/netzforma.org\/?p=1473"},"modified":"2022-12-14T14:14:15","modified_gmt":"2022-12-14T14:14:15","slug":"ki-cant-care","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzforma.org\/en\/ki-cant-care","title":{"rendered":"KI can&#8217;t care. M\u00fctterlichkeit im Zeitalter K\u00fcnstlicher Intelligenz."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mutterschaft ist in feministischen Diskursen oft ein Randthema. K\u00fcnstliche Intelligenz k\u00f6nnte Wege aufzeigen, wie das Thema aktiver in feministische K\u00e4mpfe eingebunden werden kann. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel ist zuerst in der Publikation <a href=\"https:\/\/netzforma.org\/publikation-wenn-ki-dann-feministisch-impulse-aus-wissenschaft-und-aktivismus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8220;Wenn KI, dann feministisch. Impulse aus Wissenschaft und Aktivismus&#8221;<\/a> (netzforma*, 2020) in print erschienen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von <a href=\"https:\/\/netzforma.org\/hannah-lichtenthaeler\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hannah Lichtenth\u00e4ler<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\u00fctterliche Vorbilder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mutter &#8211; eine Rolle, eine Identit\u00e4t, eine Berufung? Laut Google sind M\u00fctter wie Engel, wie B\u00e4ume, wie Blumen und Muttersein ist anstrengend, schwer und hart.<sup>1<\/sup> Dieses Paradox zeigt die Doppelmoral, die M\u00fcttern aufgeb\u00fcrgt wird, sehr deutlich: Wer Mutter ist, ist f\u00fcr F\u00fcrsorge, Freude und Bodenst\u00e4ndigkeit zust\u00e4ndig, gleichzeitig ist Muttersein mit Anstrengung verbunden. Klar ist, dass Mutterschaft (als Kategorie) der Femininit\u00e4t zugeschrieben, genauso wie andersherum Femininit\u00e4t Muttersein kategorisch zugeordnet wird. Es ist eine vergeschlechtliche Zuschreibung, die die Binarit\u00e4t der Geschlechter synonym zu Frau als biologische Einheit zementiert. Im feministischen Diskurs ist Mutterschaft zwischen \u201cGleichheits-, differenzfeministischen und poststrukturalistischen Ans\u00e4tzen\u201d umstritten, nicht zuletzt da sie oft im Zusammenhang mit der k\u00f6rperlichen Erfahrung der Schwangerschaft gesetzt wird und noch immer heteronormativ besetzt ist (Kr\u00fcger-Kirn und Wolf 2018). Die Unterscheidung zwischen Mutterschaft und M\u00fctterlichkeit ist dabei wichtig, denn letzteres sei weder an ein bestimmtes Geschlecht noch an Care-Verantwortung f\u00fcr eigene Kinder gebunden und k\u00f6nne au\u00dferdem auch in der Rolle als Onkel, erwachsene Freundin oder Mentorin verwirklicht werden (Grobner 2020).<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Muttersein ist so alt wie die Menschheit, so auch die Erz\u00e4hlungen dar\u00fcber. Globalisierung hat viele Aspekte, die es zu kritisieren gibt, vom Kolonialismus bis zur Klimakrise. Doch sie hat uns digital globalisiert und dadurch Geschichten auf unsere Bildschirme gebracht, mit denen wir Identifikation f\u00fcr marginalisierte Perspektiven erhalten k\u00f6nnen, die es im linearen deutschen <em>wei\u00dfen <\/em>Mainstream-Fernsehen so nicht gibt. \u201cFilm und Fernsehen beinhalten ein kulturdiagnostisches Potenzial, in dem sie Einblicke in kulturelle und gesellschaftliche Problemlagen vermitteln und kulturelle wie gesellschaftliche Debatten aufzeigen\u201d, erkl\u00e4rt Kr\u00fcger-Kirn. Doch schauen wir in popkulturelle Medien, suchen wir meist vergebens nach Repr\u00e4sentationen, die \u00fcber die konventionelle heteronormative Bilderbuchfamilie hinausgehen. Wir sehen Mutterfiguren in verschiedenen Rollen im Fernsehen \u2013 dank der immer weiter wachsenden Nachfrage nach digitalen Serienformaten, k\u00f6nnen wir mit einem Klick unsere Serienlieblinge \u00e1 la carte ausw\u00e4hlen, ob in Mediatheken, bei Netflix, Amazon Prime oder anderen Pay-TV-Kan\u00e4len. Sie sind unsere allt\u00e4glichen Begleiter, vor allem in Zeiten des zunehmenden Zuhausebleibens wie derzeit in der Corona-Pandemie. Ob <em>Modern Family<\/em> oder <em>Black\u2019ish<\/em> das Familienevent zum Abendbrot sind oder wir alleine<em> The Handmaids Tale (Der Report der Magd) <\/em>binge-watchen \u2013 die Auswahl ist vermeintlich endlos. Gerade Fernsehserien k\u00f6nnen uns so gut im Alltag begleiten, da sie durch ihr serielles Erz\u00e4hlen sich wiederholende Erz\u00e4hlstr\u00e4nge haben oder durch das Episodenformat selbstbestimmt portioniert werden k\u00f6nnen. Anders als Filme erlauben sie die Entwicklung komplexer Charaktere oder Handlungsstr\u00e4nge \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum. Erz\u00e4hlungen \u00fcber Familien gibt es zahlreiche, doch wenige zeigen Patchwork-Familien, in denen Latinx-Personen in den Hauptrollen sind und gleichzeitig queere Elternschaft thematisiert wird, wie es <em>Modern Family<\/em> oder auch <em>Once Upon a Time<\/em> erfolgreich zeigen. Viele Serien handeln von komplexen Vaterfiguren, nur selten von M\u00fcttern in ihrer Komplexit\u00e4t. H\u00e4ufig treibt die Abwesenheit der Mutterfigur die Handlung an wie zum Beispiel in <em>Full House<\/em> oder aber M\u00fctter in heteronormativen Familienkonstellationen werden lediglich als Hausfrau ohne eigene Bed\u00fcrfnisse oder als Powerfrau, die Beruf, Kindererziehung und Haushalt komplett alleine managed, gezeigt. Eine der erfolgreichsten Serien, die eine innige Mutter-Tochter-Beziehung in all ihrer Vielfalt in den Vordergrund gestellt hat, ist <em>Gilmore Girls<\/em>. Auch wenn die Serie stark in einer postfeministischen Tradition steht, die neoliberale Werte des amerikanischen kapitalistischen Systems spiegelt und blind gegen\u00fcber Themen wie Rassismus, Klassismus, oder Fettphobie bleibt, ist sie Teil der popkulturellen Erz\u00e4hlung, die Muttersein lebensnah in Alltagssituationen schildert. 20 Jahre ist das Deb\u00fct von <em>Gilmore Girls<\/em> her. Seitdem hat es wenige innovative Erz\u00e4hlungen von Mutterschaft gegeben. Aktuelle Beispiele geben Hoffnung auf eine feministischere Erz\u00e4hlung von Mutterschaft und Elternsein in ihrer Komplexit\u00e4t in unseren allt\u00e4glichen Unterhaltungsformaten. Dazu geh\u00f6ren: die australische Serie <em>The Letdown (Milcheinschuss), <\/em>die allt\u00e4gliche Situationen neuer Eltern wie Stillen, Schlaflosigkeit, Karrierepl\u00e4ne, Beziehungskonflikte und auch die Beziehung zu anderen Eltern mit gleichaltrigen Babys zeigt, die kanadische Serie <em>Working Moms, <\/em>in der sich vier M\u00fctter \u00fcber Karriere, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Stillen, queere Elternschaft, oder Vaterfiguren in ihrer Mutter\/Vater-Kind-Gruppe austauschen, die amerikanische <em>Good Girls<\/em>, in der drei M\u00fctter aus finanzieller Not und Sorge um ihre Familien einen Supermarkt ausrauben und dabei ihre Rollen in den jeweiligen Familienkonstellationen aushandeln, die amerikanische in den 90er Jahren spielende Serie <em>Little Fires Everywhere<\/em>, die Klassismus, Rassismus, Heteronormativit\u00e4t, Mutterschaft, Leihmutterschaft und Karriere thematisiert, sowie <em>Jane the Virgin, <\/em>die sich um den drei Generationen-Haushalt der Villanueva Frauen und ihre Perspektive u.a. auf Mutterschaft, k\u00fcnstliche Befruchtung, Patchwork-Familie oder Schwangerschaftsabbruch dreht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Feminismus und Mutterschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der feministischen Kreise ist Mutterschaft eher wenig sichtbar. Zum einen liegt es vermutlich daran, dass der Kampf um reproduktive Rechte und die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs selten mit Themen der Elternschaft zusammen gedacht werden. Und das obwohl viele Schwangerschaften von Personen abgebrochen werden, die bereits Eltern sind, h\u00e4ufig aus finanziellen Gr\u00fcnden (Profamilia 2018). Zum anderen liegt es daran, dass viele Frauen* noch immer gegen die Stigmatisierung zu k\u00e4mpfen haben, keine Kinder haben zu wollen. Eine Zukunft sollte die Entscheidung f\u00fcr oder gegen Kinder allen Menschen gleicherma\u00dfen zug\u00e4nglich machen, immer und \u00fcberall, unabh\u00e4ngig von kulturellem oder sozialem Kontext. Das Konzept der reproduktiven Gerechtigkeit<sup>3<\/sup>, das Ende der 90er Jahren von BIPOC Feminist*innen zusammen mit LGBTIQ+ Communities und anderen marginalisierten Gruppen, zusammengeschlossen als <em>SisterSong<\/em><sup>4<\/sup>, in den USA begr\u00fcndet wurde, sollte Teil unserer feministischen Zukunft sein. Es vereint die intersektionalen K\u00e4mpfe, f\u00fcr BIPOC Frauen und trans*, inter und nicht-bin\u00e4re Personen sich f\u00fcr Kinder zu entscheiden, es k\u00e4mpft gegen rassistische Ressentiments in der Geburtshilfe, genauso wie es f\u00fcr das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch und f\u00fcr die Gerechtigkeit in der Selbstbestimmung \u00fcber den eigenen K\u00f6rper einsteht. Dass dies eine Bewegung ist, der sich auch <em>wei\u00dfe <\/em>Feminist*innen anschlie\u00dfen k\u00f6nnen, in Anerkennung an die bisherigen Erfolge der Schwarzen Bewegung aus der das Konzept entstanden ist, k\u00f6nnen wir in Zukunft lernen, auch in Deutschland. \u201cI am not free while any woman is unfree, even when her shackles are very different from my own\u201d, hat Audre Lorde bereits 1981 gesagt. Dies m\u00fcssen auch <em>wei\u00dfe <\/em>Frauen* anerkennen und Allianzen f\u00fcr die Selbstbestimmung, reproduktiven Rechte und soziale Gerechtigkeit schlie\u00dfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Digitalisierung hat das Potential, die Zukunft von Mutterschaft ma\u00dfgeblich zu gestalten und dadurch gerechter, feministischer zu machen. Zum einen gibt es zahlreiche Aktivist*innen, die \u00fcber soziale Medien Bildungs- und Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten, u.a. zu Themen rund um reproduktive Gerechtigkeit, Geburtshilfe, Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, queere Elternschaft sowie allgemein auch das allt\u00e4gliche Leben mit Kindern. Egal ob Blogger*innen, Influencer*innen oder Aktivist*innen \u2013 das Internet macht es m\u00f6glich, sich zu informieren, auszutauschen, sich nicht allein zu f\u00fchlen, \u00fcber nationale Grenzen hinweg. Die stetige Weiterentwicklung digitaler Tools und Methoden kann das Leben erleichtern und unterst\u00fctzen. Unser Zeitalter der Digitalisierung ist nicht mehr ohne K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) denkbar. Sie findet mittlerweile in vielen Bereichen Anwendung, seien es Vorhersagen \u00fcber unsere Fruchtbarkeit oder \u00fcber die Gesundheit eines F\u00f6tus, und die Prognose ist: KI wird unsere Zukunft bestimmen. Dies wirft Fragen auf: Wer programmiert diese Algorithmen und wer trainiert die Datens\u00e4tze, mit denen die KI derartige Vorhersagen trifft, auf denen Entscheidungen \u00fcber Leben und Tod basieren? Wer bleibt in Entscheidungsprozessen in einer aktiven Rolle einbezogen? Wie kommen KI und Mutterschaft zusammen und wie entwickeln wir diesen Zusammenhang feministisch?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Allheilmittel gegen Unfruchtbarkeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Operieren bald nur noch Roboter? KI rettet mittlerweile Leben, oder zumindest hilft sie beim Erhalt von Lebensqualit\u00e4t. KI kann das Leben mit Diabetes erleichternd unterst\u00fctzen (Contreras 2018) und vor allem in der Medizin bei der Fr\u00fcherkennung von Karzinomen helfen, da Algorithmen viel zuverl\u00e4ssiger und schneller Muster f\u00fcr Tumore erkennen k\u00f6nnen, als das menschliche Auge. Vergessen wir nicht: errare humanum est (non secundum apparatus). Das darf aber bei weitem nicht hei\u00dfen, dass Entscheidungen irgendwann von Maschinen getroffen werden. Auch in der Reproduktionsmedizin spielt Technik eine immer st\u00e4rker werdende Rolle. Wer schon einmal in einem Krei\u00dfsaal entbunden hat und viele Stunden Wehen und Herzschlag \u00fcberwachen lassen musste, kennt das: Hebammen fehlen an allen Stellen, eine Hebamme beobachtet mehrere Entbindende und den Herzschlag der Babys gleichzeitig per Monitor, nur, wenn maschinell eine Unregelm\u00e4\u00dfigkeit gemeldet wird, k\u00fcmmert sich die Hebamme. F\u00fcrsorge im Krei\u00dfsaal kann aufgrund der personellen Bedingungen kaum noch geleistet werden, doch auch keine Maschine kann diesen Moment kurz vor und nach der Geburt f\u00fcrsorglich begleiten. Der Diskurs rund um Geburtshilfe ist hoch politisiert, doch findet die Ber\u00fccksichtigung aller Aspekte rund um die Geburt, wohl bemerkt dem Ursprung unser aller Leben, bei politischen Entscheidungen kaum bis gar keine Rolle. Krei\u00dfs\u00e4le schlie\u00dfen in l\u00e4ndlichen Regionen<sup>5<\/sup>, sodass Entbindene unter Umst\u00e4nden hunderte Kilometer ins n\u00e4chste Krankenhaus fahren m\u00fcssen. Kaum eine schwangere Person findet in Berlin eine Schwangerschaftsbetreuung von einer Hebamme, da es aufgrund teils katastrophaler Arbeitsbedingungen und fehlender politischer Ma\u00dfnahmen f\u00fcr faire und angemessene Bezahlung immer weniger von ihnen gibt. Wie w\u00e4re es denn, wenn uns eine KI ausrechnet, wie viele Hebammen an welcher Stelle gebraucht werden, und wie finanzielle und zeitliche Ressourcen bestm\u00f6glich eingesetzt werden k\u00f6nnen, um dem Aussterben einer der wichtigsten Care-Berufe entgegen zu wirken, statt zu schauen, an welcher Stelle KI Personal ersetzen kann? Es scheint eine banale Rechnung, die eine KI sofort erlernen kann. Tats\u00e4chlich hat beispielsweise der Deutsche Hebammen Verband e.V. auf seiner Webseite ein Tool entwickelt, das die aktuellen Bedingungen der Geburten in Deutschland kartiert und so anhand der Datensammlung Unterversorgung direkt darstellt. Derartige Berechnungen werden politisch jedoch zu wenig beachtet, da es das patriarchale System, das die Geburt auch nur als Teil des kapitalistischen Zyklus von Produktion und Reproduktion sieht, f\u00fcr undenkbar radikal h\u00e4lt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Neoliberales Versprechen der Reproduktion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bef\u00fcrworter*innen von KI-Eins\u00e4tzen in der Geburtsmedizin schw\u00e4rmen vielleicht davon, dass KI entscheiden kann, ob eine Geburt nat\u00fcrlich oder per Kaiserschnitt durchgef\u00fchrt werden kann. Durch maschinelles Lernen sollen Interventionen und Komplikationen auf das notwendige Minimum reduziert werden k\u00f6nnen. Die Idee, oder besser das Ideal, lautet: Wenn KI fetale Bewegungen, Atemmuster und Biosignale wie Herzfrequenz oder Blutdruck lesen und zuverl\u00e4ssig entscheidende individuelle Muster in der Physiologie, den Emotionen und Verhaltensweisen von Mutter und Baby erkennen k\u00f6nne, und so genau erlerne, welche Kombinationen von Mustern zu welchem Ergebnis f\u00fchren, k\u00f6nnte ein solches System verwendet werden, um zu bestimmen, was w\u00e4hrend der Wehen zu tun sei (Topalidou and Downe 2019). Dar\u00fcber hinaus kann KI auch schon vor der Geburt beispielsweise bei Plazentauntersuchungen auf Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten auf einem Computerbild schneller aufmerksam machen und so im Zweifel Erkrankungen fr\u00fchzeitig erkennen (Stephens 2020). Am MIT in Boston hat eine Gruppe von Forscher*innen bereits einen KI-Roboter f\u00fcr den Krei\u00dfsaal entwickelt. In einer Studie kam heraus, dass die beteiligten \u00c4rzt*innen und Pfleger*innen Empfehlungen dieses Roboters in 90% der F\u00e4lle akzeptierten, gleichzeitig kam aber auch heraus, dass die Fehlerquote \u00e4hnlich hoch war, unabh\u00e4ngig von der Anwesenheit des Roboters. Daraus schlossen sie zwar, es sei sicher, eine KI in der Geburtshilfe einzusetzen (Topalidou and Downe 2019), doch warum sich auf KI st\u00fctzen, wenn sie am Ende doch nicht besser agieren kann als Menschen? Hinzu kommt der emotionale Aspekt einer Geburt, den keine KI je wird ersetzen k\u00f6nnen. Es ist bekannt, dass eine f\u00fcrsorgliche Begleitung und menschlich emotionale und psychologische Unterst\u00fctzung sowohl f\u00fcr Entbindene als auch f\u00fcr S\u00e4uglinge die gesundheitlichen Folgen der Geburt verbessern sowie auch langfristige Auswirkungen auf das Erwachsenwerden des Neugeborenen haben k\u00f6nnen (ebd.). Keine schwangere Person sollte w\u00e4hrend der Geburt auf Alexa oder Siri als Geburtshelferin angewiesen sein m\u00fcssen, ohne jeglichen menschlichen Kontakt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zentraler Teil der Reproduktionsmedizin ist K\u00fcnstliche Befruchtung. Forscher*innen preisen KI als wesentlichen Teil der L\u00f6sung f\u00fcr ungewollte Kinderlosigkeit in der Zukunft an. Es wurden bisher schon mehrere Techniken maschinellen Lernens bei k\u00fcnstlichen Befruchtungen eingesetzt, um die Leistung der assistierten Reproduktionstechnologie (ART) zu verbessern (Wang et al. 2019). Auch wenn es nach wie vor viele Herausforderungen und Probleme gibt, haben Entwicklungen der ART wie die assistierte Befruchtung, genetische Pr\u00e4implantationstests und Technologien zur Embryonenauswahl, die klinische Schwangerschaftsrate in den letzten 40 Jahren seit der Geburt des ersten Babys mit In-vitro-Fertilisation (IVF) stark verbessert (ebd.). Noch immer ist es schwierig, die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft \u2013 genauso wie die Ursache f\u00fcr jeden Misserfolg \u2013 vorherzusagen oder zu verstehen. Ein Ansatz der KI-basierten Methoden ist es, Daten komplexer Diagnosen und Therapiebehandlungen zu sammeln und auszuwerten, um Unfruchtbarkeit bei Patient*innen besser behandeln und prognostizieren zu k\u00f6nnen. Dabei kann diese KI effizienter und wirksamer den Behandlungszyklus der ART optimieren. (ebd.) Eine Verbesserung der IVF durch die Nutzung von Algorithmen f\u00fcr bessere Vorhersagen \u00fcber den besten Zeitpunkt im Zyklus f\u00fcr die Empf\u00e4ngnis k\u00f6nnte f\u00fcr Betroffene finanzielle Entlastung durch niedrigere Kosten bedeuten sowie die Minderung traumatisierender Erfahrungen durch Fr\u00fchaborte (Ducharme 2019).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitaus bekannter ist die Anwendung von Algorithmen bereits im Bereich des Menstruationstrackings, durch Apps wie Flo, Clue oder drip. In diesen Apps k\u00f6nnen Menstruierende ihren Zyklus, k\u00f6rperliche Symptome, sexuelle Aktivit\u00e4t und ihre Fruchtbarkeit, z.B. f\u00fcr nat\u00fcrliche Familienplanung (NFP), \u00fcberwachen. Diese Apps sind mittlerweile f\u00fcr den privaten Gebrauch der hormonfreien Verh\u00fctung und\/oder der Zyklus\u00fcberwachung<sup>6<\/sup> weit verbreitet, werden dar\u00fcber hinaus aber auch im Bereich der k\u00fcnstlichen Befruchtung angewendet, um Fruchtbarkeit noch besser zu \u00fcberwachen. Apps wie Mira, kombinieren die Selbstberichte mit Urintests der User*innen zu Hause, mit denen die App den Hormonspiegel verfolgen kann, um Fruchtbarkeit noch genauer vorhersagen zu k\u00f6nnen (ebd.). Dr. Jessica Spencer, Direktorin der Abteilung f\u00fcr reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit an der medizinischen Fakult\u00e4t der Emory Universit\u00e4t, erkennt das gro\u00dfe Potential von KI f\u00fcr k\u00fcnstliche Befruchtung, da Algorithmen die notwendigen Variablen errechnen kann, die Unfruchtbarkeitsrisiken weit im Voraus einsch\u00e4tzen kann, genauso wie ein Protokoll f\u00fcr Menschen mit Uterus, die versuchen per IVF schwanger zu werden, individuell zuschneiden kann (ebd.). Wie hilfreich KI beim Einsatz dieser Datenverarbeitung ist, zeigen diese Entwicklungen deutlich. Trotz dieser zunehmend wichtigen Rolle von KI in der Medizin, wird sie \u00c4rzt*innen in Zukunft wohl kaum ersetzen (ebd.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fruchtbarkeitsdiskurs braucht Feminismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie so oft fehlen in solchen Diskussionen und Zukunftsmelodien sichtbare feministische Perspektiven. Bei Tracking-Apps geht es n\u00e4mlich in der Regel um Kaufkraft und Daten, statt Probleme der Gesundheitsversorgung zu l\u00f6sen (Kochsiek 2019). Wie die Algorithmen die eingegebenen Daten \u00fcber die Menstruation der User*innen auswerten, ist zumal sehr intransparent. Einige der Apps bieten sogar das Teilen der Daten mit Facebook oder Google an, die gro\u00dfes Interesse an den privaten Datens\u00e4tzen haben. Bisher haben zwar Krankenkassen keinen Zugriff auf solche Gesundheitsdaten, doch das Nutzungsverhalten wird f\u00fcr gezielte Werbung, durch die sich solche Apps meist finanzieren, bereits verwendet (ebd.). Datenschutz und -sicherheit m\u00fcssen im Vordergrund stehen und nicht verkauft werden, um die neoliberale Marktlogik mit mehr und mehr Daten zu f\u00fcttern. \u201cDenn es braucht mehr Technik-Transparenz und aufrichtige Algorithmen, die auf die Begrenztheit ihrer Aussagekraft hinweisen oder zu vage Aussagen gar nicht erst treffen\u201d, fordert Kochsiek (ebd.). Es gibt nat\u00fcrlich Ans\u00e4tze, wie etwa die Tracking-App drip, eine Open-Source Alternative, die Daten nur lokal auf dem Smartphone speichert, und genauso funktioniert wie all die anderen Apps.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Diskussion um IVF und KI fehlt zudem ganz klar eine kritische Perspektive darauf, wie fremdbestimmt sie laufen. Die uralte Sage der tickenden biologischen Uhr gilt immer noch als Grundlage f\u00fcr die Errechnung von Fruchtbarkeit, und dabei wird den Menschen mit Uterus in der Regel ein Zeitfenster von 7-10 Jahren gegeben, obwohl dies fern von der Lebensrealit\u00e4t der meisten ist. Der Druck auf Menschen mit Kinderwunsch bettet sich ein zwischen biologisch-zeitlichem Narrativ, dem Baby als Karrierekiller (Rosales 2020) und neuerdings auch den negativen Auswirkungen auf das Klima (B\u00fccker 2020).<sup>7<\/sup> Gleichzeitig fehlt eine \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber das Tabuthema Fehlgeburt. Allein linguistisch steckt ein stigmatisierendes Narrativ hinter dem (spontanen) Abort, \u00fcber den sich kaum Menschen zu sprechen wagen &#8211; denn vor den ersten drei Monaten sollte sowieso niemand \u00fcber Schwangerschaft und die m\u00f6glichen Folgen sprechen. Tick tock, eine tickende Zeitbombe jagt die andere. Tats\u00e4chlich erlebt knapp jeder dritte Mensch mit Uterus eine oder mehrere Fehlgeburten (Grobner 2020), aber weder \u00fcber Fehlgeburten noch \u00fcber ungewollte Kinderlosigkeit sprechen Mainstream und feministische Communities gleicherma\u00dfen. \u201cFertility Gap hei\u00dft jene L\u00fccke zwischen Kinderwunsch und tats\u00e4chlicher Kinderanzahl\u201d, erkl\u00e4rt Grobner, und er ist vor allem unter Akademiker*innen in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz besonders gro\u00df (ebd.). Lebensrealit\u00e4ten wie etwa von lesbischen cis Frauen, die h\u00e4ufig von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen sind, oder von trans* Personen<sup>8<\/sup>, werden in Studien \u00fcber Fruchtbarkeit erst gar nicht ber\u00fccksichtigt. Diverse Lebensrealit\u00e4ten von allen Personen mit Kinderwunsch m\u00fcssen den Zukunftsvisionen von KI als Allheilmittel gespiegelt werden und die Diskussionen im Mainstream und innerhalb feministischer Kreise m\u00fcssen offen und transparent gef\u00fchrt werden. Sie m\u00fcssen au\u00dferdem auch antirassistisch gef\u00fchrt werden, denn h\u00e4ufig kristallisiert sich eine biologistische Logik auf Elternschaft heraus, die vor allem im Westen vorherrscht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn KI, dann feministisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mutterschaft und KI geh\u00f6ren in einer feministischen Zukunft zusammen, und das nicht, weil Algorithmen schlauer sind als Menschen und aufgrund ihres online Kauf- und Suchverhaltens fr\u00fcher wissen, ob jemand schwanger ist, als die Person selbst. Ein Projekt in Kenia hat zum Beispiel gezeigt, dass KI einen Chatbot trainieren kann, der typische Fragen, die viele Eltern w\u00e4hrend einer Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt \u00fcber das Baby haben, beantwortet \u2013 viele Menschen ohne h\u00f6heren Bildungsabschluss verf\u00fcgen nicht unbedingt \u00fcber den Zugang zu neuesten Technologien oder zum Internet, deshalb funktioniert dieser Service per SMS (Rajasekharan 2019). Auch in Europa und den USA gibt es einen solchen Chatbot in der App Muse<sup>9<\/sup>, die es auch als SMS Funktion gibt, allerdings einen monatlichen Beitrag erfordert (Anderson 2018).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technik kann nicht den Sozialen Aspekt von Mutterschaft ersetzen, denn Technik kann nicht f\u00fcrsorgen. Dystopische Sci-Fi-Szenarien gaukeln uns vor, dass das b\u00f6se Erwachen bevorsteht, in dem Android*innen F\u00f6ten mit dem vielversprechenden Genmaterial im Reagenzglas heranz\u00fcchten (wie der Film <em>I am Mother<\/em> thematisiert) und die menschliche Mutter ersetzen werden. Doch welche Frage tats\u00e4chlich gestellt werden muss, vor allem im <em>wei\u00dfen <\/em>westlichen Narrativ von Mutterschaft: wer darf Mutter sein und was k\u00f6nnen wir hier in Deutschland noch dazulernen aus Bewegungen wie der Reproduktiven Gerechtigkeit? Wie k\u00f6nnen innerhalb feministischer Diskussionen auch Perspektiven von Elternschaft und Mutterschaft zugelassen werden, zum einen diese nach dem Wunsch von Kindern, sowie nach dem Wunsch keine Kinder zu bekommen, aber auch zur Dekonstruktion naturgegebener Mutterliebe, wie es z.B. der Hashtag-Trend&nbsp; #Regrettingmotherhood gezeigt hat?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Firmen damit werben, wie gut KI und Roboter in der Kindererziehung eingesetzt werden k\u00f6nnen (Kadyrov 2019), seien es die Kameras im Babybett, die Matratze, die den Herzschlag des Kindes mit \u00fcberwacht, oder die GPS-Tracking-App auf dem Smartphone der jugendlichen Kinder, ist dies hoch problematisch und bedarf unserer Aufmerksamkeit. KI darf nicht zur \u00dcberwachung von Kindern ausgenutzt werden und dar\u00fcber hinaus noch diese Daten an Unternehmen geben, die nicht transparent machen, was mit den Daten passiert oder sie zu Werbezwecken verkaufen. Eine Zukunft der digitalen Welt ist transparent bez\u00fcglich der Daten, \u00dcberwachung ist reguliert und Unternehmen sch\u00f6pfen keinen Profit aus den pers\u00f6nlichen Daten der Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klar ist auch: Care-Arbeit muss aufgewertet werden, sowohl die bezahlten Berufe im Care Bereich wie Krankenpflege, Altenpflege und Kindererziehung, aber vor allem auch die unbezahlte Care-Arbeit und mentale Arbeit (Stichwort Mental Load), die vor allem auf den Schultern von Frauen* lastet. Wie k\u00f6nnen wir digitale Technologien wie KI einsetzen, damit Mutterschaft davon profitiert? Oder muss die Frage vielleicht auch lauten: wie kann Mutterschaft KI beeinflussen, damit sie gerechter, feministischer wird? Wie und wo w\u00fcrde KI eingesetzt und bedarfsorientiert programmiert werden, wenn diese Perspektiven auf der Entscheidungsebene vertreten sind? Erinnern wir uns an die m\u00fctterlichen Vorbilder aus unseren Lieblings-Fernsehserien: eine feministische Zukunft zeigt Mutterschaft, M\u00fctterlichkeit, Elternschaft und Familie vielf\u00e4ltig, weder nur positiv, noch nur negativ, schafft Vorbilder f\u00fcr alle Menschen und erlaubt uns, in und mit diesen Erz\u00e4hlungen auch mal von unserem Alltag abzuschalten. Denn eines bleibt: eine feministische Zukunft der KI ist nur mit Mutterschaft denkbar und Mutterschaft ist nur dann zukunftsf\u00e4hig, wenn die gesellschaftliche Vorstellung von ihr dekonstruiert und queere, trans* und nicht-bin\u00e4re Menschen miteinschlie\u00dft. Das hei\u00dft f\u00fcr uns: Wenn KI, dann feministisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><code>Fu\u00dfnoten<\/code><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Automatische Vervollst\u00e4ndigung bei der Eingabe in der Suchmaschine nach den Worten \u201cM\u00fctter sind (&#8230;)\u201d und \u201cMuttersein ist (&#8230;)\u201d im Oktober 2020 \u00fcber google.de.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr eine kulturhistorische und diskursive Auseinandersetzung \u00fcber Mutterschaft und M\u00fctterlichkeit Selbst- und Fremdbestimmung im Rahmen von Mutterschaft und Schwangerschaft sowie intrapsychisches und intersubjektives Erleben von Mutterschaft, siehe Kr\u00fcger-Kirn und Wolf.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcber das Konzept der reproduktiven Gerechtigkeit schreiben Loretta J. Ross and Rickie Solinger ausf\u00fchrlich in ihrem Buch \u201cReproductive Justice: An introduction\u201d. Es geht um die intersektionale Analyse von Rassismus, Klassismus und Sexismus mit Fokus auf die Erfahrungen von Frauen of Color. Sie grenzen dabei die Bewegung der reproduktiven Gerechtigkeit von der Pro-Choice-Bewegung ab. Das Konzept kombiniert den Kampf um reproduktive Rechte und soziale Gerechtigkeit. (Ross &amp; Solinger, 2017)<\/li>\n\n\n\n<li>&nbsp;Weitere Informationen auf der Webseite \u00fcber Reproductive Justice (SisterSong).<\/li>\n\n\n\n<li>\u201c1991 gab es noch 1186 Kliniken, in denen Geburten m\u00f6glich waren. 2017 waren es nur noch 672 Kliniken mit Geburtshilfe. Seitdem schlie\u00dft fast jeden Monat ein Krei\u00dfsaal ganz oder vor\u00fcbergehend die T\u00fcren (Deutscher Hebammen Verband e.V.).\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr Menstruierende bietet diese Art des Zyklustrackings auch den Vorteil, bei ihren Gyn\u00e4kolog*innen konkrete Angaben \u00fcber den Gesundheitszustand machen zu k\u00f6nnen, was z.B. f\u00fcr Endometriosepatient*innen \u00fcberaus wichtig ist, da \u00c4rzt*innen auf derartige Schmerzsymptome selten ad\u00e4quat reagieren. Wer starke Menstruationsbeschwerden hat, kann zudem anhand der Vorhersagen \u00fcber die kommenden Perioden wichtige Termine besser koordinieren.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Frauen mit Kinderwunsch werden nun auch als egoistisch bezeichnet, da die CO2-Bilanz von Kindern so schlecht f\u00fcr die Umwelt ist &#8211; statt Unternehmen und Regierungen werden also geb\u00e4rf\u00e4hige Menschen in die Verantwortung gezogen? \u201cDer Wunsch nach Familie ist kein Thema, das nur Menschen betrifft, die schwanger werden k\u00f6nnen, doch da gesellschaftlich meist cis Frauen als die Entscheider*innen \u00fcber Schwangerschaften gesehen werden, sie Babys geb\u00e4ren und so sichtbar neues Leben in die Welt tragen, ist der Appell, dem Klimaschutz zugunsten auf Kinder zu verzichten, im Kern eine antifeministische Argumentation,\u201d erkl\u00e4rt Teresa B\u00fccker. Zeugungsf\u00e4hige M\u00e4nner sind in der Gleichung nicht die Egoisten (B\u00fccker).<\/li>\n\n\n\n<li>Beispielsweise schreibt Benjamin Czarniak, der sich als trans* Mann identifiziert, in dem Sammelband \u201eNicht nur M\u00fctter waren schwanger\u201c (edition assemblage) \u00fcber den Schmerz nach seiner ersten Fehlgeburt (Grobner).<\/li>\n\n\n\n<li>Muse hat ca. 2.700 USer*innen: 55% in den USA, 27% in Deutschland, and 13% in anderen L\u00e4ndern weltweit (Anderson).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><code>Bibliographie<\/code><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Anderson, Jenny. \u201cCan an AI-Powered Bot Help Parents Raise Better Humans?\u201d Quartz, 14. M\u00e4rz. 2018, qz.com\/1227955\/muse-an-ai-powered-parenting-bot-wants-to-help-parents-help-their-children-succeed\/.<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fccker, Teresa. \u201cKinderfrei F\u00fcrs Klima? Warum Wir Bei Einfachen L\u00f6sungen Skeptisch Sein Sollten.\u201d EDITION F, 16. M\u00e4rz 2020, editionf.com\/entscheidung-gegen-kinder-klima-erderwaermung\/.<\/li>\n\n\n\n<li>Contreras, Ivan, und Josep Vehi. \u201cArtificial Intelligence for Diabetes Management and Decision Support: Literature Review.\u201d Journal of Medical Internet Research, vol. 20, no. 5, 2018, doi:10.2196\/10775.<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cGegen Krei\u00dfsaalschlie\u00dfungen.\u201d Hrsg. Deutscher Hebammen Verband e.V., Unsere Hebammen, Deutscher Hebammen Verband E.V., www.unsere-hebammen.de\/mitmachen\/kreisssaalschliessungen\/.<\/li>\n\n\n\n<li>Ducharme, Jamie. \u201cHow Artificial Intelligence Could Change Fertility.\u201d Time, Time, 11. Juli 2019, time.com\/5492063\/artificial-intelligence-fertility\/.<\/li>\n\n\n\n<li>Grobner, Cornelia. \u201cHoffnung. Entt\u00e4uschung. Trauer. Wut. Repeat.\u201d An.schl\u00e4ge &#8211; Das Feministische Magazin, 9. Okt. 2020, anschlaege.at\/hoffnung-enttaeuschung-trauer-wut-repeat\/.<\/li>\n\n\n\n<li>Kadyrov, Il. \u201cSuper Parents With AI Robots.\u201d Medium, Medium, 12 May 2019, medium.com\/@mrcrambo\/super-parents-with-ai-robots-566257d0fc8.<\/li>\n\n\n\n<li>Kochsiek, Marie. \u201cMenstruationszyklen Entziffern: Gunda-Werner-Institut.\u201d Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, Gunda-Werner-Institut, 18. Jan 2019, <a href=\"http:\/\/www.gwi-boell.de\/de\/2019\/01\/18\/menstruationszyklen-entziffern\">www.gwi-boell.de\/de\/2019\/01\/18\/menstruationszyklen-entziffern<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Kr\u00fcger-Kirn, Helga, und Laura Wolf, Hrsg. Mutterschaft Zwischen Konstruktion Und Erfahrung: Aktuelle Studien Und Standpunkte. Verlag Barbara Budrich, 2018.<\/li>\n\n\n\n<li>Profamilia, Hrsg. 2018, Acht Fakten Zum Schwangerschaftsabbruch. Factsheet Schwangerschaftsabbruch. Zahlen Und Hintergr\u00fcnde, <a href=\"http:\/\/www.profamilia.de\/publikationen.html?tx_pgextendshop_pi1%5Bproduct%5D=203&amp;tx_pgextendshop_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_pgextendshop_pi1%5Bcontroller%5D=Item&amp;cHash=7a49c8cc0c7e475537af1b5b5fc666d0\">www.profamilia.de\/publikationen.html?tx_pgextendshop_pi1%5Bproduct%5D=203&amp;amp;tx_pgextendshop_pi1%5Baction%5D=show&amp;amp;tx_pgextendshop_pi1%5Bcontroller%5D=Item&amp;amp;cHash=7a49c8cc0c7e475537af1b5b5fc666d0<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Rajasekharan, Sathy. \u201cHow AI Helps Mothers in Kenya Get the Care They Need, Faster.\u201d Medium, Towards Data Science, 5 Apr. 2019, towardsdatascience.com\/how-ai-helps-mothers-in-kenya-get-the-care-they-need-faster-eb4f05b34732.<\/li>\n\n\n\n<li>Rosales, Caroline. ZEIT ONLINE, 22. Jan. 2020, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2020-01\/mutterschaft-elternzeit-schwangerschaft-karriere-berufseinstieg?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F\">www.zeit.de\/arbeit\/2020-01\/mutterschaft-elternzeit-schwangerschaft-karriere-berufseinstieg?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Ross, L., &amp;; Solinger, R. (2017). Reproductive justice: An introduction. Oakland, CA: University of California Press.<\/li>\n\n\n\n<li>SisterSong. (n.d.). Reproductive Justice. Retrieved November 13, 2020, from <a href=\"https:\/\/www.sistersong.net\/reproductive-justice\">https:\/\/www.sistersong.net\/reproductive-justice<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Stephens, Keri. \u201cUsing Artificial Intelligence to Protect Mothers&#8217; Future Pregnancies.\u201d Axis Imaging News, 2. Sept. 2020, axisimagingnews.com\/market-trends\/cloud-computing\/machine-learning-ai\/artificial-intelligence-protect-mothers-future-pregnancies.<\/li>\n\n\n\n<li>Topalidou, Anastasia, und Soo Downe. \u201cCould AI Take Control of Human Birth?\u201d The Conversation, 21. Okt. 2019, theconversation.com\/could-ai-take-control-of-human-birth-108282.<\/li>\n\n\n\n<li>Wang, Renjie, et al. \u201cArtificial Intelligence in Reproductive Medicine.\u201d Reproduction, vol. 158, no. 4, 2019, doi:10.1530\/rep-18-0523.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mutterschaft ist in feministischen Diskursen oft ein Randthema. K\u00fcnstliche Intelligenz k\u00f6nnte Wege aufzeigen, wie das Thema aktiver in feministische K\u00e4mpfe eingebunden werden kann. Dieser Artikel ist zuerst in der Publikation &#8220;Wenn KI, dann feministisch. 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